Behandlungsoptionen in der Selbstmedikation bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft
Beide Probleme sind in der Schwangerschaft weit verbreitet, betonte. Je nach Erhebung sind ungefähr ein Drittel bis über 90 Prozent der Schwangeren betroffen. Zur symptomatischen Therapie sind Arzneimittel mit der Fixkombination aus Doxylamin und Pyridoxin (Vitamin B6) zugelassen. Sie gibt es allerdings nur auf Rezept.
Das freiverkäufliche Dimenhydrinat ( z.B.Vomex A®) ist bei Schwangerschaftserbrechen dagegen nicht zugelassen. Hier sei auf eine strenge Indikationsstellung zu achten und der Arzneistoff, wenn überhaupt, nur zu Beginn der Schwangerschaft einzusetzen, so die Fachempfehlungen
Bei Erbrechen in der Schwangerschaft ist es zudem sinnvoll, verlorene Mineralstoffe durch Elektrolytlösungen zu ersetzen.
Für Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft gibt es mehrere placebokontrollierte Studien, die nahelegen, dass Ingwer in frühen Phasen der Schwangerschaft Übelkeit verbessert. Zugelassen ist das Fertigarzneimittel mit Ingwerwurzelstockpulver jedoch ausschließlich für die Indikation Kinetose. »Da stellt sich natürlich die Frage: Darf, soll und kann ich es auch in der Schwangerschaft einsetzen?
In der Datenbank von Embrytox, dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité heißt es: »Ingwer, Akupunktur oder -pressur und Vitamin B6 (Pyridoxin) scheinen die Übelkeit zu reduzieren, wirken sich jedoch nicht auf das Erbrechen aus.
Ingwer kann wohl demnach in allen Phasen der Schwangerschaft in üblicher Dosierung eingenommen werden. Auch in der Stillzeit scheint Ingwer laut Embryotox akzeptabel, könne jedoch bei der Mutter zu einer gesteigerten Milchproduktion führen.
Grenzen der Selbstmedikation
Trotz wirksamer Therapieoptionen hat die Selbstmedikation klare Grenzen. Halten Übelkeit und Erbrechen länger als drei Tage an oder treten kolikartige Krämpfe, akute Schmerzen, starke Durchfälle oder Blut im Stuhl auf, gehört man als Patient in ärztliche Behandlung. Gleiches gilt bei Erbrechen von Blut oder Gallenflüssigkeit, sehr hohem Fieber oder einem schlechten Allgemeinzustand.
Tipps bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft
- Meiden Sie fette, sehr zuckerhaltige, stark gewürzte, frittierte und scharfe Speisen.
- Trinken Sie zuckerfreie Getränke ohne Kohlensäure, zum Beispiel Wasser oder Tee.
- Trinken Sie vor dem Aufstehen zum Beispiel einen leicht gesüßten Tee oder ein Glas Orangensaft und essen Sie einen Zwieback dazu. Bleiben Sie danach noch etwa 20 Minuten liegen.
- Essen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten. Diese sollten mehr Kohlenhydrate enthalten als sonst. Bei Übelkeit sind auch viele Ballaststoffe aus Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, reichlich Eiweiß und wenig Fett empfehlenswert.
- Meiden Sie Gerüche, gegen die Sie in der Schwangerschaft empfindlich sind. Das sind oft Kaffee, Fleisch oder Parfum.
- Verzichten Sie vor der 15. oder 16. Schwangerschaftswoche auf Vitaminpräparate. Professor Gitsch: „Zu Beginn brauchen Schwangere nur die ausreichende Dosis an Folsäure.“ Zusätzliche Vitamine könnten den Magen belasten, da er die Kapseln auflösen muss. Das wiederum kann die Übelkeit verstärken.
- Einfache Hausmittel helfen manchmal auch: Zum Beispiel Wasser mit Zitronenscheiben oder der Geruch von grünen Äpfeln.
- Homöophatische Mittel können ebenfalls hilfreich sein so z.B. Gentiana Magen Globuli velati, Cocculus,Sepia,Ipecacuanha (Brechwurzel)
Gerne steht ihnen das Team der Ansgar Apotheke für weitere Fragen zur Verfügung.

